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Japanische Architektur für HSG Learning Center

Die HSG Stiftung möchte für die Universität St.Gallen ein Learning Center auf dem Rosenberg realisieren. Damit will sie für die HSG und ihre Studierenden einen Beitrag leisten, um den Herausforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden und eine neue Qualität des Lernens zu ermöglichen.Mit dem Abschluss des Architekturwettbewerbs – unter Leitung von Professor Marc Angélil[1] – konnte nun ein Meilenstein erreicht werden. Die Eingaben der acht teilnehmenden Büros[2] wurden nach den Kriterien Architektur und Städtebau, Innovation der Konzeptumsetzung, Funktionalität, Nachhaltigkeit sowie Wirtschaftlichkeit bewertet.

Die 16-köpfige Jury gab letztlich Sou Fujimoto Architekten mit dem Projekt «Open Grid – Choices of Tomorrow» den Zuschlag. Den Ausschlag für dieses Projekt gaben vor allem die bereits weit entwickelte Umsetzung des didaktischen Konzeptes, die Verträglichkeit mit dem Quartier, die architektonische Ambition sowie dessen Wirtschaftlichkeit.

Bild: Sou Fujimoto Architekten

Eigenständig und wandelbar

Das Projekt mit einer Geschossfläche von rund 7000m2 sieht eine Struktur aus mehreren Würfeln auf einem Raster (Grid) angeordnet vor. Der Bau hat ab Strassenniveau der Guisanstrasse abgestufte Höhen von 3,5 bis maximal 18,5 Metern im Gebäudezentrum. Damit nimmt das Gebäude auf die Kleinteiligkeit des benachbarten Wohnquartiers Rücksicht und besticht gleichzeitig durch Eigenständigkeit. Die Architektur mit begrünten Dachterrassen bettet sich in den von der Landschaft geprägten Rosenberg ein. Innen- und Aussenraum sollen durch Glaselemente verbunden sein. Die Struktur des Gebäudes ist zudem so angelegt, dass die Räumlichkeiten immer wieder verändert werden können – ganz entsprechend den didaktischen Bedürfnissen. Mit seiner Ausrichtung und Terrassierung sucht das Projekt «Open Grid» auch die Auseinandersetzung mit dem historischen Campus der HSG.

Bild: Sou Fujimoto Architekten

Projekte von Tokio bis London

Sou Fujimoto (1971) graduierte in Ingenieurswissenschaften an der Universität Tokio. Er etablierte sein Architekturbüro in Tokio im Jahr 2000 und ist seit 2007 Professor an der Kyoto Universität. Weiteren Kreisen wurde er bekannt, als er im Jahr 2005 und in den drei darauffolgenden Jahren den internationalen Nachwuchsarchitekten-Preis, die «Architectural Review Awards» gewann. 2008 gewann er den prestigeträchtigen «Japanese Institute of Architecture Grande Prize». Im Jahr 2013 wurde er als bislang jüngster Architekt eingeladen, den Sommer-Pavillon der Serpentine Gallery in London zu gestalten. Neben vielen weiteren Preisen, gewann sein Büro im Jahr 2015 den Wettbewerb für das innovative Polytechnique Learning Centre der Paris-Saclay-Universität. Seit 2016 hat das Architekturbüro mit über 30 Mitarbeitenden neben Tokio auch einen Standort in Paris.

Ökosystem für Lehr- und Lernkultur

Das HSG Learning Center soll eine Denk- und Arbeitsstätte sein, welche innovative Arten des Lernens und der Interaktion mit Studierenden, Lehrenden und Personen aus der Praxis ermöglicht. Mit dem HSG Learning Center will die Universität eine neue Qualität des Lernens ermöglichen, um Studierende im digitalen Zeitalter bestmöglich für ihre späteren beruflichen Tätigkeiten vorzubereiten. Das HSG Learning Center ist als Ökosystem für die weitere Entwicklung der Lern- und Lehrkultur der HSG gedacht. Unter der Leitung von HSG-Professorin Bernadette Dilger wurde 2017 eine internationale Best-Practice-Analyse zu Learning Centers durchgeführt sowie eine erste didaktische Vision für das HSG Learning Center entwickelt.

Bild: Sou Fujimoto Architekten

Innovative Lernumgebung ermöglichen

Um den Herausforderungen der Digitalisierung und den Qualitätsansprüchen der HSG gerecht zu werden, soll auf dem Rosenberg zudem ein Learning Center neue Formen des Lernens ermöglichen. Es bietet innovative Lernumgebungen, ergänzt mit neuen digitalen Medien und schafft damit den Rahmen für lernorientierte, persönliche Begegnungen. In Gruppenarbeitsräumen und Arenen sollen zukunftsfähige Kompetenzen gefördert werden, beispielsweise die Stärkung der Sozial- und Technologiekompetenz, die Fähigkeit, Debatten zu führen sowie unternehmerisch und kreativ zu denken.

Finanzierung dank Schenkungen

Die HSG Stiftung will die Finanzierung vollumfänglich über Schenkungen erzielen und sie ist auf gutem Weg. So spricht sie den Initialförderern, die bislang rund 40 Mio. Franken zugesichert haben, ihren grossen Dank aus; insbesondere Michael Hilti sowie der Hilti Familienstiftung, Thomas Schmidheiny und der Wietlisbach Foundation. Sämtliche Förderer sind auf der Webseite der HSG Stiftung einsehbar.

Für die Erstellung und die Innenausstattung des HSG Learning Centers sind 40 bis 50 Mio. Franken veranschlagt. Um das Gebäude auch in den Folgejahren gemäss dem didaktischen Konzept betreiben zu können, geht die HSG Stiftung von weiteren 10 Mio. Franken aus. Gesamthaft zielt die Spenden-Initiative somit auf einen Betrag von rund 60 Mio. Franken.

Für den benötigten Grundstücksanteil beabsichtigt der Kanton St.Gallen, der HSG Stiftung ein Baurecht zu gewähren. Bis Anfang 2019 sollen die Vorbereitungen für die Baueingabe abgeschlossen sein. Der Baubeginn ist auf 2019/20 geplant. Dies mit dem Ziel, das dringend benötigte Gebäude für das Frühlingssemester 2022 in Betrieb zu nehmen.

Der vorgesehene Standort des Learning Centers wird den Naturgarten und die Familiengärten flächenmässig nicht tangieren. Während der Bauphase können Teile der Familiengärten jedoch beispielsweise für Bauinstallationen beansprucht werden.

Weitere Informationen und Visualisierungen finden Sie unter folgendem Link.

 

[1] Prof. Dipl. Arch. ETH / BSA / SIA Zürich (Präsident der Jury)

[2] Grafton Architects, Dublin; Anne Lacaton & Jean Philippe Vassal Architectes, Paris; Marcel Meili + Markus Peter Architekten, Zürich; Christ & Gantenbein, Basel; EM2N Architekten, Zürich; Made in, Genf und Zürich; Barao-Hutter GmbH, St.Gallen