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Das Bauprojekt 2006 – 2011: Sanierung und Erweiterung der HSG

Das Projekt Sanierung und Erweiterung der Universität St.Gallen zielte darauf, die bestehenden Gebäude zu erhalten und den veränderten Bedürfnissen anzupassen sowie notwendige Erweiterungen zu realisieren.

In den Jahren nach der Jahrtausendwende existierte an der Universität St.Gallen ein akutes Platzproblem. Die Hauptbauten waren nur auf 3’500 Studierende ausgelegt. Der Studienbetrieb mit rund 5’000 Studierenden konnte nur mit ausserordentlichen Anstrengungen und zahlreichen Provisorien aufrecht erhalten werden: Für Prüfungen wurde jeweils die Aula umgerüstet und die ohnehin überbelegte Sporthalle für den Sportbetrieb gesperrt und in einen Prüfungssaal umfunktioniert. Die Prüfungstermine wurden von vier auf acht Wochen ausgedehnt, was für die Studierenden die Vorbereitungszeit um einen Monat verkürzte. Zugleich standen damit Aula und Sporthalle während rund drei Monaten im Jahr nicht für ihren eigentlichen Zweck zur Verfügung. Die Mensa wurde durch eine Verschiebung der Aussenfassade um 52 Plätze erweitert, konnte aber den Bedarf bei weitem nicht decken. Es fehlten PC-Arbeitsplätze für die Lehre sowie Seminar- und Gruppenräume. Zudem verlangten das eingeführte Selbststudium, die Struktur der neuen Ausbildungsprogramme (Bachelor- und Masterprogramme) und die verbreitete Anwendung interaktiver Lehr- und Lernformen verschieden grosse Seminarräume und eine flexible Bestuhlung. Für die Arbeit in Teams von sechs bis acht Studierenden wurde ferner ein Raumtypus benötigt, der bis dahin nicht vorhanden war. Einzig ein weiterer Grosshörsaal war nicht notwendig geworden, da an der Live-Übertragung von Lehrveranstaltungen aus dem Audimax in weitere Hörsäle festgehalten wurde.

Am 5. Juni 2005 stimmte die Bevölkerung des Kantons St.Gallen mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit der Vorlage für die Sanierung und Erweiterung der Universität St.Gallen zu. Am 16. September 2011 wurden die benötigten zusätzlichen Räumlichkeiten eröffnet und die sanierten Gebäude wieder den Mitarbeitenden und Studierenden der HSG übergeben.

1. Sanierung und Instandsetzung

Hauptgebaeude_Treppe_01

Die ausdrucksstarken, körperhaften Sichtbetonbauten mit der einzigartigen integralen Kunst von Förderer + Otto + Zwimpfer Architekten bedurften nach über 40 Jahren einer Sanierung und wärmetechnischen Verbesserung der Fassaden. Bis heute haben sie ihre herausragende Position und Kraft behalten. Im Inventar der schützenswerten Bauten 1920 bis 1970 der Stadt St.Gallen werden die Universitätsbauten aus den Jahren 1960 bis 1963 mit der höchsten Wertung «1 schützenswert» gewürdigt: «Die Anlage der Hochschule bestehend aus Hauptgebäude, Aula, Verwaltungsgebäude, Turnhalle und Institutsgebäude ist ein überzeugendes Gesamtkunstwerk». Daher wurde bei der Sanierung der Bauten die grösstmögliche Sorgfalt angewendet. Die Bauten und Einrichtungen wurden weitgehend und integral erhalten. Die Tragkonstruktion sowie die technischen Einrichtungen, wie Elektro-, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärinstallationen wurden erneuert und die behindertengerechte Erschliessung optimiert.

2. Hauptgebäude

Hauptgebäude_02

Im Hauptgebäude wurden die räumliche Ausnutzung verbessert und bauliche Sanierungs- und Erneuerungsmassnahmen realisiert. Die Tragstrukturen der bestehenden Gebäude wurden verstärkt, so dass die Bauten den aktuellen Standards bezüglich Erdbebensicherheit genügen. Im zweiten und dritten Obergeschoss wurden je drei Seminarräume und ein Gruppenraum neu eingerichtet, dafür wurden Büroräume ausgelagert. Im zweiten Obergeschoss wurde die Lesezone zu offenen Arbeitsplätzen für Studierende umgestaltet. Im ersten Obergeschoss wurden die unterschiedlich grossen Lehrräume zu neun standardisierten Seminar-, zwei Gruppenräumen und einem Dozentenbüro umgebaut. Im Erdgeschoss wurden die vier grossen Hörsäle restauriert. Im Bereich der ehemaligen Rechenzentrale entstand ein Saal mit Computerarbeitsplätzen für Studierende. Durch Erweiterungen in den Untergeschossen konnten weitere Seminar- und Computerräume im Hauptgebäude eingebaut werden.

Studierende in Gruppen 70

3. Institutsgebäude

Helvetia Patria Gebäude (von Herzog & De Meron)

Die Universität St.Gallen konnte durch die langfristige Miete des neuen Nordflügels der Helvetia Patria Versicherungen im Jahre 2004 einen beträchtlichen Teil ihrer Institute räumlich konzentrieren. Das frei werdende alte Institutsgebäude wurde zum neuen Standort des Rechenzentrums der Universität mit zugehörigen Informatikarbeitsplätzen im Ober- und im Untergeschoss umgebaut. Das Erdgeschoss wird neu für die Lehre genutzt. Dazu wurden vier Seminar- und drei Gruppenräume eingebaut.

4. Verwaltungsgebäude (alte Mensa)

Mit der Auslagerung der Mensa in die alte Turnhalle wurden beide Ebenen der alten Mensa als Bürozone für die Verwaltung umgenutzt. Heute befindet sich in diesen Räumlichkeiten die Studienadministration. Die zentrale Lage ist ideal als Anlaufstelle für Studierende und Dozierende.

5. Mensa, Küche, Seminarräume, Servicegebäude, Technikzentrale

Neue Mensa 2010 02

Weil die Mensa am ursprünglichen Standort nicht erweitert werden konnte, wurde die alte Turnhalle nach der Auslagerung des Sportbetriebs zur neuen Mensa umgenutzt. Durch den Einbau eines Zwischenbodens wurde die Nutzfläche verdoppelt. Die obere Ebene enthält je vier Seminar- und Gruppenräume. Die untere Ebene bildet die Mensazone mit den Speisesälen. In drei Schichten können in der Mensa rund 1’500 Mahlzeiten zubereitet und abgegeben werden. Im 2. Untergeschoss unter der neuen Mensaküche ist die neue Technikzentrale der Universität angeordnet.

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6. Parkgarage

Die neue Parkgarage zwischen Instituts- und Hauptgebäude verbindet diese beiden Gebäudegruppen in baulicher und haustechnischer Hinsicht. Sie bietet auf zwei Geschossen rund 120 Parkplätze. Diese ersetzten die alten, oberirdischen Parkfelder bei der Varnbüelstrasse (56 Plätze) und bei der Curtistrasse (64 Plätze). Die bestehende Parkgarage im Bibliotheksgebäude oberhalb der Curtisstrasse (56 Plätze) blieb unverändert. Mit dieser Konzentration wird der Verkehr zentral gefasst und Suchverkehr im Quartier vermieden.

7. Sporthalle

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Die Sportinfrastruktur der HSG war vor dem Erweiterungsprojekt im Jahr 2005 auf 1’000 Studierende ausgerichtet. Für den Bau einer neuen Sporthalle wurden im Lauf der Projektentwicklung verschiedene Standorte geprüft und wieder verworfen. Schliesslich setzte sich der Standort auf dem Ölberg durch. Beim Wettbewerb für die Sporthalle gewann das Projekt von Lauener Baer Architekten, Frauenfeld.

Fussball 08

Die Sporthalle ist optimal in die bestehende Geländemodulation des Ölberges eingebettet. Das Dach übernimmt das Niveau der westlichen Hügelkuppe und ist als begrünte Dachfläche ausgebildet. Mit der Sporthalle und den Aussenanlagen weist die HSG eine Infrastruktur auf, die einen zeitgemässen Sportbetrieb ermöglicht.

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8. Mobilität

Mit der Sanierung und Erweiterung wurden die Auswirkungen von Universität und Weiterbildungszentrum auf Verkehr und Parkierung in den benachbarten Quartieren überprüft. Im Auftrag des Hochbauamtes entstand unter Einbezug von Experten, Stadtpolizei, Tiefbauamt und Quartiervertretern ein Konzept für eine nachhaltige, quartierverträgliche und umweltschonende Mobilität. Die Erweiterung der Universität führte zu keinem nennenswerten Mehrverkehr. Die neue Parkgarage ersetzte die beiden offenen Parkplätze mit insgesamt 120 Plätzen. Es ergab sich dadurch lediglich eine Verlagerung der 56 Parkplätze bei der Varnbühlstrasse in die neue Parkgarage bei der Curtistrasse. Die anderen 64 Parkplätze befanden sich schon bisher bei der Curtistrasse. Durch die Konzentration der Parkierung ist der Suchverkehr reduziert und die Anbindung an die Müller-Friedberg-Strasse direkter. Die neue Sporthalle dient hauptsächlich den Bedürfnissen der Universität und ist darum von der Universität her zu Fuss bzw. mit dem Velo über die Bodanstrasse erreichbar.

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